Vom Umgang mit Tieren

Ehe der Bauer vom Hof aufs Feld fuhr, machte er wohl mit der Peitsche drei Kreuze vor die Pferde. So verhinderte er, dass sie behext werden konnten. Zog man zum Markt, um ein Pferd zu verkaufen, so führte man es vorher um einen Schweinetrog herum. Dies geschah in dem guten Glauben, so einen höheren Preis aushandeln zu können.

Kam ein Bauer mit einer eben gekauften Kuh über die Grenze, so gab er der Kuh bei der ersten Tränke etwas Erde mit in das Tränkgefäß. Seine Hoffnung war, dass sie danach nicht „quiente“, also kränkelte. Sicher war man sich auch, dass Kälber, die „im Heitnigge“ (bei abnehmendem Mond) geboren wurden, besonders gut „arteten“, also heranwuchsen.

Die Schweine wurden mit dem beginnenden Winter im „Waodel“, d.h. bei zunehmendem Mond geschlachtet. Man war sich sicher, dass sich das Fleisch dann besser und länger halten würde.

Auch die Hühner- und Gänse-Eier wurden während des Abendläutens der Kirchenglocken „untergelegt“, das heißt zum Brüten ins Nest gelegt. Die faulen Eier und Eierschalen wurden nach dem Schlüpfen der Küken in ein Erdloch eingegraben, „damit die Tiere gut zusammenbleiben“.

Bei der Saat Weihnachten in Zwilipp