Bei der Saat

Das Säen der Sommerfrüchte besorgte der Bauer am liebsten selbst. Säte er Flachs, zog er einen langen Rock an; denn „je länger der Rock, desto höher wuchs der Flachs“. Aus diesem Grunde wurde auch das Sälaken und auch der Sack, in dem sich das Saatgut befanden, in die Höhe gezogen.

Die meisten Getreidearten wurden an einem bestimmten Tag gesät: Flachs am Hiobstag (9. Mai), am Saratag (19.Mai), am Esthertag (24. Mai) oder am Urbanstag (25. Mai). Die ersten drei Heiligen sollen besonders langes Haar gehabt haben. Das widerum soll Einfluss auf den Wuchs des Flachses haben.

Nach dem Einsäen der Saat wurde der „Deifsegen“ um das Feld gezogen. Das heißt, der Bauer zog mit der Egge um das ganze Feld eine Schlußrunde und murmelte dabei auch wohl einen Diebsegen aus einem handgeschriebenen Zauberbuch, das sich in vielen Familien befand.

Auch die Bäuerin hatte mancherlei zu beachten: Gern säte sie Gartensämereien vor dem Sonnenaufgang, damit sie die Hühner nicht auskratzen würden. Gurken mußten am Samstagabend gelegt werden, mnöglichst am Abend vor Himmelfahrt und bei Glockengeläut.

Am Hochzeitstag Vom Umgang mit Tieren