10. Kapitel: Zwilipper Flurnamen

Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich die aus Zwilipp Vertriebenen, die ihnen seit Kindertagen bekannten Flurnamen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. In mehreren Karten (siehe auch Die Umgebung des Dorfes, eine Bildseite aus dem Kummrow-Buch) wurden diese mit Ziffernlegenden eingetragen. Eine der vollständigsten Sammlungen alter Flurnamen fand sich jetzt in Manfred Vollacks Materialsammlung/ Buch „Das Kolberger Land“ und ist unterhalb des Ausschnitts aud

Flurart Nr. hochdeutsch plattdeutsch Erklärung
Gewässer 46 Alte Persante Ull Persant altes Flußbett nahe dem Haumeister
2 Äonsbäk Bach, in Persante mündend
40 Große und kleine Laaken Grot un Klein Lauk Löcher in den Wiesen nahe dem Haumeister
3 Kleiner Born Böning oder Bäk Bach, der an den Rieselwiesen vorbei fließt
4 Klare Quellen Klaur Quelle Wasserloch, an dem früher die Pferdehirten ihre Pferde tränkten
5 Burgwall
12 Hütefaß Hüttfatt tiefes Wasserloch in der Dorfwiese
15 Paxlaborn Paxleboon zugeschüttete Quelle auf dem Land, das zum Pastorenhof gehörte
60 Persante, Rummelsborn Persant Fluß
32 See kleiner See an der Quebbe
31 Soll kleiner Teich nahe am Hof
22 Wangritz Grenzgraben zu Pustar, Abflussgraben der Dorfwiese
23 Lößbäk/ Wasserlauf Lößbäk/ Wauteloop Abflußgraben des Achtermoors
Berge und Täler 10 Blocksberg/ Hexenkessel
6 Bocksberg Bocksbarj
7 Galgenberg Galjebarj frühere Hinrichtungsstätte
11 Große und kleine Hölle Grot und Klein Höll
17 Sandberg(e) Sandbarj Hügel
57 Schiefer Grund Scheif Grund steil abfallende Fläche an der Wangritz
20 Staatsberg Stautsbarj gehörte zum Pastorwaldberg
Wichtelberg hier sollen früher Fichten gewesen sein
59 Woitschaberg Woitschbarj
Moore 1 Achtermoor Achtermaur
58 Großes Moor Grot Maur Dorfwiese, verlandeter See
Wiesen 8 Schulwiese/ Gillwiese Schaulwisch deren Pachteinnahmen dienten der Besoldung des Lehrers
9 Haumeister Hameister Wiesen auf einer Insel, die bei einer Persanteteilung enstanden sind
14 Lügenwiese Logewisch hier soll der Stein mit dem (Teufels-) Fußabdruck gelegen haben, der zum Bau der Kirche verwandt worden sein soll
33 Quebbe Quew nasse Wiese
37 Rieselwiese Ellerwisch
18 Schnakendrift Schnaukedrift sumpfige Wiese nahe der Fähre
41 Schulzenwiese Schultewisch
63 Pastorenwiese Pasterwisch
Äcker 38 Sans Souci
29 Schachbrett
30 Schwanz schmales Feld an der Wangritz
19 Speck gehörte zum Pastorenhof
28 Steinmörchen kleines steiniges Ackerstück
Wald, Busch und Bäume 39 Bauernfichten Burefichte hier hatte jeder Bauer ein Stück Wald
35 Bismarckeiche
13 Hünenbrink
42 Pastorenwald Pasterbusch hier wurde Brennholz für den Pastorenhaushalt geholt, hier fand auch das Zwilipper Schützenfest mit Schießen auf den Hochadler statt
44 Pracherbusch Fliederbusch beliebter Ruheplatz wandernder Handwerksburschen
16 Rehbrache Rehbrauk
41 Schulzenwiese Schultewisch
Wege 51 Alte Heerstraße Ull Heerstraut/ Chaussee 1807 brannten hier Franzosen die Persantebrücke ab
36 Hön kleiner Weg zu den Gehöften
47 Kirchstieg Kirchweg für die Bartiner
34 Lämmerstraße Lämmerstraut hier wurden die Schafe zur Weide getrieben
52 Langes Ende Lang Eenn
27 Pastorenweg Pasterwech Weg zum Pastorengrund
55 Trift
Hof und Dorf 43 Hölzerner Backofen Hültern Backaowe Backofen, aus dem eine knorrige, später unter Naturschutz stehende Esche gewachsen war, siehe auch Erzählungen
Sonstiges 45 Liebesinsel von kleinen Bächen umrieselte Insel, auf denen eine kleine Sitzbank zwischen zusammengewachsenen Buchen stand
21 Teufelsstein Düwelstein am Ufer der Persante liegender Stein mit Abdruck einer Fußtrappe darin, siehe auchErzählungen
61 Fähre Anlegestelle und Fährhaus auf Zwilipper Seite der Persante
62 Pustar Gutshof Pustar (zu Zwilipp)

überprüft, ergänzt und aufbereitet von Gabi und Joachim Kummrow im Oktober 2001

9. Kapitel: Ortsname im Wandel 11. Kapitel: Zwilipps Schule