12. Kapitel: Woher der Name Kummrow kommt

Innerhalb des Familienkreises fand sich keine überlieferte Deutung in Bezug auf die Herkunft des Familiennamens Kummrow. In solchen Fällen hilft die Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden. Ihr im Spätsommer 1997 eingeholtes Gutachten liest sich so:
„Beim Namen Kummrow handelt es sich um einen Familiennamen, der auf die Herkunft aus einem gleichnamigen Ort deutet.

Sieben Orte namens Kummerow konnten nachgewiesen werden: Im Kreis Beeskow-Storkow bei Berlin, zwei nahe dem gleichnamigen See in Neubrandenburg, in den Kreisen Demmin und Randow sowie einen im Kreis Franzburg bei Stralsund, einen bei Szczecin (Stettin), zwei Orte bei Koszalin (Köslin) im Kreis Resko (Regenwald) in Pommern. Die drei letztgenannten befinden sich auf heute polnischem Territorium.

Sie haben uns mitgeteilt, daß ihre Familie ursprünglich aus dem Kreis Kolberg-Körlin, also aus der Nähe des heutigen Kolbrzeg (Kolberg) stammt. Somit würde am ehesten der polnische Ort Komorowo (Kummerow) bei Köslin an der Rega in Frage kommen. Die von ihnen genannten Orte Zwilipp (heute Swielubie), Quetzin (heute Kukinia), Körlin (Karlino) und der angenommene Herkunftsort liegen dicht beieinander zwischen den Flüssen Rega und Persante (Parseta).

Alle sieben genannten Ortsnamen Kummerow mit ihren slawischen Schreibungen Komorowe, Komorow, Kummerowe und Cummorow (im Polnischen), Komorov, Komorow und Kummerow(e) (im Sorbischen) gehen auf das slawische „komorz“, gleich „Mücke“ (polnisch und niedersorbisch „komor“) zurück und lassen sich als „Mückenort“ beziehungsweise „Ort, wo es viele Mücken gibt“, aber auch als „Ort eines Komor“ (Komor als Personenname) übersetzen.

Viel ist das nicht, was die Sprachherkunftsforscher herausgefunden haben. Aber auch besser als nichts, freut sich der Autor und graust sich vor lästigem Insektengetier.

Recherchiert und notiert von Joachim Kummrow im Spätsommer 1997.

11. Kapitel: Warum die Kummrows am Teutoburger Wald leben 13. Kapitel: Zwilipps frühe Dorfgeschichte