Die Umgebung des Dorfes

Seitdem die Familie Kummrow ihre alte Heimat verlassen musste, hat sich in Zwilipp nicht viel verändert: So die Höfe nicht den Brandschatzungen der ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen (mit der die Bauern in die landwirtschaftliche Genossenschaft gezwungen wurden) stehen sie noch wie einst. Auch in Feld und Flur ist vieles wie in den Erzählungen der Väter und Großväter. Wenngleich sich die Natur von den Nachfolgern brach liegen gelassene Äcker zurück holte, von denen die Menschen im Dorfe einst auch lebten. Was jedoch heute nicht mehr wieder zu finden ist, sei an dieser Stelle einmal festgehalten: Alte mundartliche Flurbezeichnungen, wie sie heute schon kaum einer mehr kennt. Auf der kleinen Handskizze unbekannter Herkunft sind die Orte markiert(in Klammern – falls übersetzbar – die hochdeutsche Bezeichnung). 27 der insgesamt 56 markierten Ortsnamen können hier weiter überliefert werden:

1. Achtermauer (hinteres Moor) heiß das feuchte Land zwischen Dorf und Fähre
2. Aonsbäck heiß der Bach, der in die Persante mündete.
3. Böning (kleiner Born = Bach, der aus einer Quelle entspringt), dieser Bach floss an den Kieselwiesen vorbei.
4. klaur Quelle (klare Quelle), hier tränkten die Pferdehirten ihre Tiere
5. Burgwall wurde der Wiesenwall Richtung Persante genannt
6. Bocksbarj (Bocksberg) hieß der Hüsel, der zwischen Dorf und Persante liegt
7. Galgenbarj (Galgenberg) wurde dieser Hügel genannt, der nahe der Straße Richtung Damgard lag und dereinst Hinrichtungsstätte gewesen sein dürfte.
8. Gillwiese, das war die Schulwiese, deren Ertrag auch Pacht oder Ernte der Besoldung des Lehrers diente
9. Haumeister, so hießen die tiefliegenden Wiesen in der engen Persanteschleife. Sie wurden ab und an völlig überspült, wurden nach dem Krieg nicht mehr genutzt und sind heute – weil überwuchert – als einstige Wiesen nicht mehr zu erkennen.
10. Blocksberg oder Hexxenkessel beschreibt einen Ort nahe den sumpfigen Wiesen (heute teilweise Teiche) südöstlich des Dorfes.
11. grot un klein Höll (große und kleine Hölle) dürften Geländeformationen sein, die auf dem Weg zur Fähre liegen.
12 Hüttfatt (Hütefass) wurde ein tiefes Wasserloch in der Dorfwiese genannt.
13. Hünenbrink nannte man einen Ort an der Chaussee (Landstraße), die zum Gut Lustebuhr führte.
14. Logewisch (Lügenwiese), hier soll ein Stein mit einem Fußbadruck gelegen haben, der für den Kirchbau verwandt worden sein soll. In anderen Quellen taucht dieser als Düwelstein (Teufelsstein) auf und soll an der Persante gelegen haben.
15. Paxlebon (Paxlaborn) beschrieb eine zugeschüttete Quelle auf dem Land, das zum Pastorenhof gehörte.
16. Rehbrauck (rehbrache oder Rehbruch) hieß ein 70 Morgen großes Waldstück zwischen Dorf und Persante.
17. Rummelsborn.
18. Schnaukedrift (Schnakendrift) nannte der Volksmund eine sumpfige Wiese nahe der Fähre.
19. Speck hieß ein Fleck, der zum Pastorhof zählte.
20. Stautsbarj (Staatsberg) hieß ein Hügel, der ebenfalls zum Postorenhof gehörte.
21. Düwelstein (Teufelsstein) hieß ein Stein am Ufer der Persante, auf demn eine Huftrappe (der Fußbadruck des Teufels) zu sehen gewesen sein soll.
22. Wangritz, dieser Wassergraben wurde zur Zeit Friedrichs des Großen als Abflussgraben des Dorfteichs vertieft.
23. Wauterloop (einfacher Wasserlauf) nannte man den Abfluss der Teiche im Achtermoor.
24. Auf dem Witschebraj (Wichtelberg) sollen früher Fichten gestanden haben.
24. Woitschbarj heiß dieser kleine Hügel.
26. Scheif Grund (schiefer Grund/ Boden) hieß dieser stark abfallende Acker an der Wangritz.
27. Pasterwech (Pastorenweg) heiß der Feldweg, der zum Land des Pastorhofes führte.

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